Durch die Entwicklung von virtuellen Testsystemen können wir Aufgabentypologien entwickeln, die stärker der zukünftigen Tätigkeit entsprechen. Empirische Studien zur Reaktion von Bewerbern auf diagnostische Testverfahren zeigen, dass die Bereitschaft zur Weiterempfehlung signifikant davon beeinflusst wird, wie fair sie die diagnostische Situation erfahren. Das Fairnessurteil wiederum hängt entscheidend von dem wahrgenommenen inhaltlichen und prädiktiven Bezug der diagnostischen Verfahren ab. Letzteres bedeutet, dass es entscheidend ist, dass der Mitarbeiter wahrnimmt, dass die getesteten Inhalte den realen Anforderungen der Arbeitssituation entsprechen und den beruflichen Erfolg vorhersagen können.
Das Vertrauen in die Testsituation nimmt zu, wodurch auch die Akzeptanz des Ergebnisses steigt. Die Symbiose zwischen den Anforderungen valider Diagnostik und der Nutzung virtueller Welten stellt also einen Mehrgewinn dar, der sich wie folgt niederschlägt:
- Höheres Vertrauen in den Prozess
- Zunahme der wahrgenommenen Fairness
- Steigerung der sozialen Akzeptanz
- Imagegewinn für das Unternehmen
Man könnte auch von Teilnehmerfreundlichkeit des Diagnostikums sprechen. Bedenken wir zudem, dass oft das Personalauswahlsystem die erste Begegnung von Aspiranten mit dem Unternehmen bedeutet, ist ein visuell modernes System gewiss vorteilhaft, um den ersten Eindruck und die Einstellung zum Unternehmen positiv zu prägen.
Es geht hier um das Commitment; denn erfolglose Teilnehmer projizieren häufig das negative
Ergebnis auf das Unternehmen. Nicht transparente und wenig ansprechende Diagnostik verstärken
diesen unerwünschten Attributions-Effekt um ein Beträchtliches! |