Im Rahmen des Bundesprogramms zur Förderung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien »Swiss Virtual Campus« (SVC) an Schweizerischen Hochschulen wurden seit dem Jahr 2000 rund 70 innovative E-Learning-Projekte aus den verschiedensten Fachgebieten mit über 70 Millionen CHF gefördert. Die Online-Kurse sind eine ideale Ergänzung zu den Präsenzvorlesungen und Praktika, so dass sich StudentInnen zeit- und ortsunabhängig Wissen aneignen und ihren Lernfortschritt messen können.
„Die Art der Wissensvermittlung soll attraktiv und dank der Interaktivität effizienter werden", umschreibt Bernard Levrat, der geistige Vater des Programms, eines der Hauptziele des SVC. Entsprechend wird jedes Projekt von Fachleuten, Pädagogik- und Didaktikexperten aus mindestens drei Universitäten begleitet.
Hintergrund
„Wir wollen ein Lernsystem produzieren, das didaktisch, technisch und in der Medienproduktion auf dem aktuellen Stand ist“, so Pascal Py, Projektmanager an der »Klinik für Alterpsychiatrie« der Universität Zürich und verantwortlich für E-Learning-Projekte, wie z.B. für den E-Learning Kurs »Alzheimer-Erkrankung und verwandte Erkrankungen« und »GPS«, ein Blended-Learning-Konzept in der Geriatrie. Um sowohl den Lernprozess und die Lernmotivation der Studenten zu fördern, als auch die Effektivität der Lernplattform ständig verbessern zu können, entschied man sich, ein Assessment-System in das selbstentwickelte Learning-Management-System (LMS) zu integrieren.
Softwareevaluierungsprozess
In der folgenden Softwareevaluierungsphase entschied man sich für Perception von der Firma Questionmark. „Kein anderes System bot die Funktionalität und Vorteile, die für dieses Projekt von Bedeutung waren“, so Pascal Py. Unterstützt wurde diese Entscheidung auch durch die guten Erfahrungen, die Pascal Py seit 1997 in mehreren Projekten bei einem französischen Distance-Learning Institut (CNED) mit Perception gemacht hatte.
Gründe für die Entscheidung
Das LMS favorisiert das Konzept des Problem-Basierten-Lernens (PBL), d.h. die Lerninhalte wurden – wo immer sinnvoll – interaktiv und multimedial aufbereitet, so dass die Studenten Diagnosestellung und Behandlung anhand realistischer Szenarien erlernen und üben können.
So musste auch das künftige Assessment-System die Anforderungen an die Abbildung unterschiedlicher Fragestellungen und insbesondere multimediale Fragetypen erfüllen und sich darüber hinaus auf Datenbankebene in das LMS integrieren lassen – Anforderungen, die Perception perfekt erfüllt.
Die Entscheidung für Perception wurde auch vor dem Hintergrund gefällt, dass E-Learning eine langfristige Investition darstellt und daher auch die Softwarekomponenten darauf ausgerichtet sein müssen. „Perception ist ein stabiles, zuverlässiges System. Da Questionmark schon seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet tätig ist und über eine große Kundenbasis verfügt, war für uns zu erwarten, dass das System auch künftig weiterentwickelt und gewartet wird.“
Vor diesem Hintergrund war auch die Offenheit von Perception entscheidend. Sollten sich nach Jahren die „Parameter“ für die E-Learning Umgebung ändern, dann mussten in jedem Fall die Investitionen in die Inhalte gesichert sein. Daher war es wichtig, dass die Fragen, Antworten und Ergebnisse in einer Microsoft SQL Server Datenbank gespeichert werden können und somit jederzeit für eine Wiederverwendung in anderen Umgebungen zur Verfügung stehen.
Die Mehrsprachigkeit von Perception und die Möglichkeit, dass verschiedene Administratoren und Mitarbeiter von verschiedenen Standorten gemeinsam mit Perception arbeiten können, trägt darüber hinaus den besonderen Gegebenheiten der Virtual Campus Projekte Rechnung.
Roll-out
„Die Server-Installation und Konfiguration war einfach und innerhalb kürzester Zeit stand das System. Auch die Abbildung der Tests war technisch kein Problem – die Inhalte können auf sehr unkomplizierte Weise eingegeben werden.“, sagt Pascal Py.
Mittels dem PIP-Protokoll (Perception Integration Protocol) wurde eine Schnittstelle zwischen dem LMS, Perception und der zentralen Benutzer-Datenbank geschaffen. Durch ein Single-signon Verfahren und die Anpassung der Benutzeroberflächen präsentieren sich das LMS und Perception als Intra-/Internetanwendung wie aus einem Guss.
Lösung
Die Medizinstudenten nutzen die ca. 200 zur Verfügung stehenden Tests freiwillig, um im Vorfeld ihren Wissensstand – auch gegenüber der Gruppe – zu überprüfen, bevor sie die nächsten Lernschritte beschreiten. Auch innerhalb und am Ende einer Lernsession können Tests absolviert und wiederholt werden, um den eigenen Lernfortschritt beurteilen zu können.
Der Student wird automatisch in Perception authentifiziert und der im Durchschnitt 10 Fragen umfassende Test gestartet. Anhand von verschiedenen Kriterien werden Fragen aus der derzeit circa 500 Fragen umfassenden Datenbank ausgewählt, so dass der Benutzer nie den gleichen Test erhält und ein „Schummeln“ erschwert wird. „Im Gegensatz zu anderen Lösungen, die mehr oder weniger statische Webseiten präsentieren, ist Perception sehr flexibel“, so Pascal Py. Der Teilnehmer sieht unmittelbar nach der letzten Beantwortung sein Ergebnis, das vollautomatisch an die Lernplattform zurück übermittelt wird.
Auch für die Dozenten sind diese Ergebnisse einsehbar. Für sie ist die Kenntnis der Leistung und Fortschritte von Einzelnen sowie von Gruppen sowohl als konsolidiertes Ergebnis über die Zeit als auch bezüglich einzelner Tests wichtig, um ggf. Maßnahmen ergreifen zu können, wenn das gesetzte Lernziel gefährdet erscheint.
Darüber hinaus wurden weitere Tests – unabhängig von spezifischen fachlichen Inhalten – entwickelt, um für andere Abteilungen und Universitäten die Möglichkeiten und Vorteile der Lernplattform mit dem integrierten Assessment-System von Questionmark zu visualisieren.
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